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KZ- Überlebender Ernst Grube kommt (23.04.10)
Das „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ lädt zur nächsten Veranstaltung mit dem KZ- Überlebenden und Zeitzeugen Ernst Grube ein. Am Dienstag, 27. April spricht Ernst Grube im DGB- Haus, Wilhelm- Leuschner Straße, um 19.00 Uhr im kleinen Saal.
  
Ernst Grube, Jahrgang 1932, wurde in München geboren. Die Mutter Clementine war Jüdin, sie arbeitete als Krankenschwester im jüdischen Krankenhaus. Der Vater evangelisch und Kommunist war selbstständiger Malermeister.
Die fünfköpfige Familie war jahrelang systematischer Ausgrenzung und Verfolgung durch die Nazis ausgesetzt. Im Februar 1945 wird Ernst Grube mit seinen Geschwistern und seiner Mutter mit dem letzten Transport aus München in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Die Familie überlebt, weil die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz am 27. Januar 1945 befreit hat und damit die Vernichtungstransporte aus Theresienstadt stoppt. Am 8. Mai erlebt Ernst Grube die Befreiung durch Soldaten der roten Armee in Theresienstadt.
Im Juni 1945 findet die Familie wieder in München zusammen. Erschöpft und zermürbt durch die Jahre der Verfolgung, erhält die Familie nun auch Gewissheit über die Ermordung der drei Schwestern der Mutter, deren Ehemänner und Kinder. Für die Grube- Kinder gibt es keine Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen mehr.
 
„Erinnert allein tut´s nicht! Erinnern und handeln!“ Dieses Motto prägt das weitere Leben von Ernst Grube. Schon früh wird er Mitglied der IG BAU, setzt sich dort für die Interessen der Beschäftigten ein. Grube wird Mitglied der KPD und streitet gegen die Remilitarisierung der Bundesrepublik. Wieder erlebt Ernst Grube politische Verfolgung. Für seine gewerkschaftliche und politische Arbeit wird Grube 1954 zu sieben Monaten Gefängnis und 1958 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Ernst Grube wird später Fachschullehrer an der Berufsschule, engagiert sich als Personalrat, ist im Landesvorstand der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ (VVN/ BdA) in Bayern und stellvertretender Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau e.V. Für sein unermüdliches Engagement der Aufklärung über die Naziherrschaft wird Grube 2002 mit der Medaille „München leuchtet- den Freunden Münchens“ in Silber ausgezeichnet.
 
„Wir freuen uns sehr, dass Ernst Grube nach Schweinfurt kommt, um zu verdeutlichen, was Nazis tun, wenn wir nichts dagegen unternehmen!“, so DGB Regionsvorsitzender Frank Firsching. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.
 
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