Mainpost Artikel: „Nazis sind die Feinde der Erwerbslosen“ (22.04.10)
In verschiedenen Veröffentlichungen im Internet und Flugblättern, die kürzlich verteilt wurden, spielten sich die Neonazis des „Freien Netz Süd“ als Freunde der Arbeiter und Arbeitslosen auf. „Sie greifen die Gewerkschaften als ,Bonzen' und ,Arbeiterverräter' an und preisen sich als die ,wahren Interessenvertreter gegen kapitalistische Ausbeutung'“, stellt die Schweinfurter Arbeitsloseninitiative (SALI) fest.
Das sei allerdings nicht neu, diese Rhetorik und Sozialdemagogie habe schon ihr großes Vorbild Adolf Hitler beherrscht – der aber 1932 im Düsseldorfer Industrieclub verdeutlicht habe, „dass seine antikapitalistische Pose nicht zu ernst zu nehmen sei“.
NSDAP war pleite
Tatsächlich habe er dringend Wählerstimmen gebraucht, denn die NSDAP sei am Boden und pleite gewesen. Erst nach seinem Antrittsbesuch sei sie „von den dort anwesenden Großkapitalisten finanziell wieder aufgepäppelt“ worden, so SALI-Sprecher Jürgen Wilk.
Dass die Nazis Feinde der Arbeitenden seien, verrieten sie in ihren Flugblättern allerdings selbst, indem sie ausgerechnet die ausländischen Arbeitnehmer als Sündenböcke für Niedriglöhne und Massenerwerbslosigkeit denunzierten – also Opfer zu Tätern machten und so versuchten, Rassismus und Spaltung in die arbeitende Bevölkerung hinein zu tragen.
Mit ihrer Forderung nach (wörtlich!) „staatlichem Arbeitsdienst“ für Leiharbeiter und Erwerbslose ließen die selbst ernannten „Arbeiterfreunde“ erneut die Maske fallen: „Wir werden ihnen einen gebührenden Empfang bereiten“, betont SALI-Sprecher Kurt Schneider.
Persönliche Angriffe
Als besonders infam wertet die SALI die „persönlichen Angriffe dieser Arbeiter- und Gewerkschaftsfeinde“ gegen den DGB-Regionsvorsitzenden Frank Firsching, Initiator und Verfechter des Schweinfurter Bündnisses. Im Gegensatz zu den selbst ernannten „Freunden der Erwerbslosen“ unterstütze gerade er diese nach Kräften, sei Mitbegründer des Vereins und habe dafür gesorgt, dass sogar der regionale DGB Mitglied bei der SALI geworden sei.
„Wir verurteilen die Angriffe auf Frank Firsching auf das Schärfste und weisen die nazistischen Anbiederungsversuche ebenso scharf zurück.“
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