Hätten die Gewerkschaften nicht zum Protest aufgerufen, hätte es die Kirche getan, sagte Pfarrer Martin Schewe als Vertreter der christlichen Kirchen im Bündnis. Man dürfe nicht wegschauen wie im Dritten Reich. Es sei „die Pflicht jedes Christen, am 1. Mai auf der Straße zu sein“. Gemeinsam müsse man etwas unternehmen, in einem Bündnis aller, die gegen Gewalt und Rassismus sind. Der erste Sieg der Faschisten wäre, wenn sich ihre Gegner zerstreiten würden. Es sei wichtig, eine breite Brust gegen Rechtsradikalismus zu zeigen, sagte Josef Rückert vom Sozialverband VdK und Jürgen Wilk von der Schweinfurter Arbeitsloseninitiative ergänzte: Man müsse klarmachen, dass Faschismus in dieser Stadt keinen Platz hat.
46 Vereine, von der Sportjugend bis zu kirchlichen Organisationen haben sich dem Bündnis bisher angeschlossen. Auf dessen Homepage kann sich auch jeder Bürger eintragen und den Aufruf für Demokratie und Toleranz unterstützen. Die Liste soll stetig wachsen, so Firsching, der auf einen „Mobilisierungseffekt“ hofft. Gleichzeitig soll die Homepage auf Aktionen hinweisen und aktuelle Informationen weitergeben.
Als Termine im Vorfeld des 1. Mai sind folgende Veranstaltungen geplant: Am 15. April, 19 Uhr, referiert Markus Müller im Theorema über „Rechtsextremismus in Nordbayern“. Ein großes Bündnistreffen findet am 21. April, 19 Uhr, im Naturfreundehaus statt und am 27. April spricht der ehemalige KZ-Häftling Ernst Grube im Martin-Luther-Haus.
Was das Bündnis für den 1. Mai plant, müsse man noch besprechen, so Firsching. Sicher sei, dass es eine Demonstration, eine Kundgebung und ein Fest der Kultur geben wird. Dabei stellte er klar: Auch wenn es ihr traditioneller Feiertag sei, werden sich die Gewerkschaften im Bündnis einordnen. An diesem Tag gehe es schließlich vor allem darum, den Faschisten zu zeigen, dass sie hier keinen Platz haben – nicht am 1. Mai und auch an keinem anderen Tag.
Quelle: Mainpost 25.03.10