Das überparteiliche, breite Bündnis für Demokratie und Toleranz „Schweinfurt ist bunt“ lädt zur Lesung des Schriftstellers Leonhard F. Seidl ins DGB Gewerkschaftszentrum Schweinfurt am Zeughaus 9- 13. Am Donnerstag, den 26. Januar, Beginn 19.00 Uhr, liest Seidl aus seinem Roman „Mutterkorn“.
Am 9. November 2003 wollten Neonazis bei der Grundsteinlegung des jüdischen Kulturzentrums in München eine Bombe zünden. Der Roman greift die Ereignisse von damals auf. In Mutterkorn begibt sich der Altenpfleger Albin O. aufgrund einer drogeninduzierten Psychose in eine Klinik für suchtkranke junge Männer. Er stößt auf die Pläne einer rechten Terrorgruppe, die ein Bombenattentat plant. Einer der Attentäter ist dort ebenfalls Patient.
Die Münchner Abendzeitung schrieb zu Seidls Roman am 24.11.11: „Schockierend aktuell. Seidls Mutterkorn wäre auch ohne die Morde der NSU- Terroristen ein lesenswerter Roman mit fränkischem Lokalkolorit, Bezug zu Zeitgeschichte, Tempo und Spannung. Jetzt ist er ein Lehrstück über gesellschaftliche Abgründe.“
Hintergrund der Lesung sind die zehn Morde der Nazi- Terrorzelle, die im November 2011 bekannt wurden. Alleine fünf Morde begingen die Neonazis in Bayern, die meisten davon im migrantisch geprägtem Nürnberg, der Heimatstadt Seidls. Ein sichtbarer Hinweis auf neonazistische Aktivitäten in Schweinfurt sind die im Oktober 2011 angebrachten Hakenkreuzschmierereien an Häuserwänden in der Innenstadt. „Niemand braucht zu glauben wir befänden uns in Schweinfurt auf einer Insel der Seeligen, in der Rassismus und Fremdenhass nicht existierten“, so DGB Regionsvorsitzender Frank Firsching zum Motiv des Bündnisses die Lesung zu veranstalten. Der Eintritt ist frei und Neonazis verwehrt.
Einladung