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Heilbronn zeigt Nazis rote Karte (02.05.11)
Heilbronn. Im Jahr 2010 erkoren die süddeutschen Neo- Nazis Schweinfurt als zentrale Kundgebungsstadt am 1. Mai. Als Ausweichort wurde damals die Stadt Würzburg gewählt. Ein Jahr später traf es Heilbronn. Gut 700 Neonazis standen am 01. Mai 2011 über 5000 Demokraten gegenüber.

Schweinfurt, Würzburg und Heilbronn verbindet eine breite Gegenbewegung, jeweils vom DGB organisiert. So gelang es den regionalen Bündnissen jeweils die Bürgerinnen und Bürger der Städte gegen die Nazi- Umtriebe zu einen. Tausende schlossen sich den „bunten Bündnissen“ an. Ob Deutsche oder Ausländer, Jung oder Alt, Frau oder Mann, Christ oder Moslem, die bunten Bündnisse stellen jährlich klar: „Rassismus und Fremdenhass haben bei uns keine Chance, Wir stehen für Demokratie und Toleranz.

Artikel „Die Stimme“ vom 02.05.2011:

Kollektives Aufatmen von Stadtverwaltung, Polizeiführung und Anwohnern: Die 1.-Mai-Aufmärsche von Neonazis und blockierbereiten linken Gegendemonstranten in Heilbronn sind ohne schwere Krawalle zu Ende gegangen. Bis gegen 20 Uhr, als die Rechtsextremen längst wieder auf dem Heimweg waren, gab es nach Angaben der Polizei keine Verletzten bei Auseinandersetzungen – obwohl es auf beiden Seiten immer wieder hasserfüllte Parolen gegen den Gegner gab. Das Ergebnis „spricht für unser erfolgreiches Einsatzkonzept“, stellte Heilbronns Polizeichef Roland Eisele heraus.

Mit rund 3.900 Beamten hatte die Polizei eine zahlenmäßige Übermacht in der Stadt aufgeboten. Sie stand in der Bahnhofsvorstadt rund 740 Neonazis und etwa 1000 linken Gegendemonstranten gegenüber. 186 Menschen wurden nach Angaben der Polizei in Gewahrsam genommen, davon 185 aus dem linken Spektrum. Dazu kamen kurzfristige Festnahmen zum Feststellen der Personalien. 16 Platzverweise wurden ausgesprochen. Zudem stellten die Beamten in beiden Lagern Reizgasprühgeräte, Schlagstöcke und Fahnen sicher. Einige Demonstranten hatten verbotene Böller dabei.

Unverständnis

Zur gleichen Zeit, als sich im Bahnhofsviertel die Neonazis sammelten, formierten sich die Bündnisteilnehmer von „Heilbronn sagt Nein“ beim Gewerkschaftshaus. Mehr als 100 Institutionen, Vereine, Parteien, Verbände und Kirchengemeinden hatten sich dem breiten, vom DGB ins Leben gerufenen Aktionsbündnis angeschlossen. Mit Plakaten, Transparenten und Fahnen setzten die Demonstranten ein friedliches Zeichen gegen den Naziaufmarsch. Etwa 5000 Menschen, darunter viele ausländische Bürger, trafen sich zur Kundgebung auf dem Kiliansplatz und machten deutlich: Fremdenhass hat in Heilbronn keinen Platz.

Rund 3000 Kräfte der Landespolizei sowie 22 Polizeireiter, 19 Polizeihundeführer und zwei Hubschrauber waren anlässlich der Demonstrationen im Einsatz. Auf der Theresienwiese waren Wasserwerfer postiert. Weitere 900 Beamte der Bundespolizei waren am Bahnhof präsent. Außerdem waren zehn Diensthunde und ein weiterer Hubschrauber im Einsatz.


Aus „Die Stimme“, Tageszeitung für den Raum Heilbronn. Hier ein Link mit Live Ticker:

http://www.stimme.de/heilbronn/hn/art31502,2125729  
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