Blockaden verhindern Naziaufmarsch in Dresden (21.02.11)
Dresden. Rund 20.000 Menschen verhinderten am Samstag mit friedlichen Blockaden einen geplanten rechten Aufmarsch in Dresden. Während das Ordnungsamt der sächsischen Landeshauptstadt den Nazis per Bescheid einen Aufzug ermöglichte, verbot sie kurzfristig eine DGB Mahnwache vorm Dresdener Volkshaus. Auch aus der DGB Region Schweinfurt-Würzburg beteiligten sich Gewerkschafter an den Gegenaktionen.
Vom Verbot der DGB Veranstaltung ließen sich die Kolleginnen und Kollegen aus Schweinfurt und Würzburg freilich nicht beeindrucken. Für sie war klar: Der Protest gegen Rechts ist keine Frage von Verwaltungsakten. Die Gewerkschaftshäuser wurden 1933 von Nazis besetzt. In Dresden wurde es danach von den Nazis als Folterort missbraucht. „Schon aus diesem Grund lassen wir uns nicht beirren. Niemals werden wir daher eine Einschränkung unserer demokratischen Rechte im Widerstand gegen Nazis hinnehmen“, waren sich die Gewerkschafter aus der Region einig. Schon in den frühen Morgenstunden machten sich die Kolleginnen und Kollegen aus der DGB Region auf den Weg. Von Würzburg aus ging es über Schweinfurt mit dem DGB Bus in die sächsische Landeshauptstadt. Anlaufpunkt in Dresden war das Volkshaus. Dort hat der DGB seinen Standort. An den historischen Bezug zu 1933 erinnerte die DGB-Bezirksvorsitzende Iris Kloppich, während einer Rede „Die Gewerkschaften haben den historischen Auftrag und die gesellschaftliche Verantwortung, alles zu tun, um die Demokratie zu verteidigen. Das geht natürlich nicht nur durch Beschlüsse. Dazu muss man handeln!“ Das taten die Kolleginnen und Kollegen dann auch. Den ganzen Tag über war man trotz kalter Temperaturen im Bahnhofsbereich unterwegs. Dort fanden sich immer wieder kleinere und größere Gruppen von Nazigegnern zusammen, um in friedlichen Aktionen spontane Straßenblockaden zu organisieren. Das führte am Ende dazu, dass der geplante Naziaufmarsch durch Dresden nicht stattfinden konnte. An den Aktionen beteiligten sich auch Prominente. So waren der ehemalige erste Bevollmächtigte der Schweinfurter IG Metall und der heutige Linksparteichef, Klaus Ernst, der Liedermacher Konstantin Wecker, grünen Urgestein Hans Christian Ströbele und der SPD Politiker Wolfgang Thierse vor Ort. Gegen 19 Uhr traten die DGB Kolleginnen und Kollegen schließlich die Heimreise an. Ein bisschen stolz waren alle, die in Dresden dabei waren. Schließlich hatten die Gewerkschafter aus der DGB Region ihren Anteil daran, dass der als „größter Aufmarsch der Rechten“ vorgesehene Aufzug zu einer neuerlichen Niederlage der Naziszene wurde. |
