Veranstaltung der ArbeiterInnenjugend: "Rückt Deutschland nach Rechts? Nicht mit uns!"
Schweinfurt. Am 24.11.2010 hat das Bündnis der ArbeiterInnen-Jugend Unterfranken (kurz –BAJUF) im Gewerkschaftszentrum Schweinfurt ein Kamingespräch mit dem Titel „Rück Deutschland nach Rechts?“ veranstaltet. Als Referentin war Constanze Borckmann geladen, die hauptamtlich für die Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus (LKS) beim Bayrischen Jugendring arbeitet. „Die Veranstaltung war ein Erfolg. Wir konnten mit einem interessierten Fachpublikum die rechten Strukturen in Unterfranken und in der Gesellschaft analysieren und Lösungsansätze diskutieren“, fasst Doris Aschenbrenner, Bezirksvorsitzende der Jusos Unterfranken, den Abend zusammen.
Zunächst hat Constanze Borckmann die Arbeit der regionalen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus in Franken vorgestellt. „Wir unterstützen und begleiten unter anderem lokale Netzwerke, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren und beraten Eltern und Opfer rechtsextremer Gewalt“, beschreibt Constanze Borckmann ihre Arbeit.
Frau Borckmann ist in ihrem Vortrag detailliert auf rechtsextreme Strukturen und auf Mobilisierungsstrategien in Unterfranken eingegangen. „In Schweinfurt versuchen rechtsextreme Gruppierung wie das „Freie Netz Süd“ oder „Freies Franken“ Fuß zu fassen. Diese Gruppierungen organisieren Aufmärsche und Konzerte, verteilen Schulhof-CDs und Flyer und kommunizieren über Internetseiten, um so weitere Sympathisanten für ihre menschenverachtende Ideologie zu gewinnen“, beschreibt Constanze Borckmann die Situation in Unterfranken.
Ca. 170 Personen sind Mitglied rechtsextremer Parteien in Unterfranken, wobei die meisten Parteimitglieder die NPD zählt. „In Schweinfurt sind die Republikaner im Stadtrat vertreten. Die Wählerstimmen für diese rechte Partei sind ja nicht vom Himmel gefallen, sodass gerade auch in Schweinfurt die Auseinandersetzung um rechtspopulistische Parolen geführt werden muss“, kommentiert DGB-Jugendsekretär Björn Wortmann.
Im letzten Teil der Veranstaltung wurden die Thesen von Sarrazin in Verbindung mit der kürzlich veröffentlichten Studie der Friederich-Ebert-Stiftung gesetzt und kontrovers diskutiert. „Sarrazin versucht, Menschen, die nicht in seine stigmatisierende Leistungs- und Verwertungslogik passen, auszusortieren. Die Gewerkschaftsjugend
hingegen steht für das Prinzip der Solidarität und macht sich stark für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung - unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Religion, Geschlecht und ökonomischem Hintergrund“, unterstreicht Björn Wortmann.
In einer regen Diskussion war man sich einig, dass Veranstaltungen zur Thematik Rechtsextremismus wichtig sind, um rechtspopulistischen Meinungen keinen Nährboden zu geben. „Das Bündnis der ArbeiterInnenjugend ist eine wichtige Initiative im Kampf gegen Rechts. Wir machen gemeinsam klar: Keinen Fußbreit den Faschisten!"
Die nächste Veranstaltung ist bereits geplant. Am 1.Februar 2011 wird vom Bündnis der Arbeiterjugend Unterfranken in Zusammenarbeit mit der Initiative gegen das Vergessen eine antifaschistische Stadtführung organisiert, auf der es einen Einblick in das nationalsozialistische Terrorregime in Schweinfurt gibt.
Anmeldungen bitte unter schweinfurt-wuerzburg@dgb.de